
Guter Content wurde zunächst einmal strategisch geplant und nirgends abgeschrieben.
Werde dir darüber klar, welche Ziele du mit deinen Kommunikationsanstrengungen erreichen willst, welche Mittel dir dafür zur Verfügung stehen und wie viel Zeit.
Behalte diese Ziele, Produktionsmittel und den Zeitplan im Blick, wenn du deine Strategie entwirfst und gieße sie anschließend im Rahmen deines Redaktionsplans in Form. Dieser dient als konkrete Arbeitsanleitung für dein Team.
Fange klein an und entwickele deinen Plan dann Schritt für Schritt liebevoll weiter, anstatt alles gleich von Anfang an perfekt machen zu wollen.
Eine gute Content-Strategie hilft dir und deinem Team, effektiv zu bleiben. Die Ordnung eines klug komponierten Redaktionsplans gibt Sicherheit und du musst nicht jeden Tag alles allen nochmal neu erklären, wenn jeder die Strategie verstanden hat und im Plan nachlesen kann, wer wofür bis wann zuständig ist.
Diese Art zu arbeiten hat die IT übrigens vom Journalismus abgeschaut und daraus entstanden die beliebten Scrum Boards und das noch beliebtere iterative, bzw. agile Arbeiten. Der große Unterschied besteht darin, dass ITler jeden einzelnen (selbstverständlichen) Schritt aufschreiben und visuell nachvollziehbar haben müssen, während Content-Verantwortliche dies intuitiv beherrschen. Aber je nach Entwicklungsstufe, müssen Führungskräfte auch mal ins Detail gehen.
Jeder Content muss einen Zweck erfüllen, diese Zwecke richten sich nach den Zielen. Die wichtigsten Ziele sind a) Reichweite vergrößern und b) Image verbessern.
Wenn Euch das gelingt, habt Ihr am Ende des Jahres mehr Erfolg als am Anfang. Ganz einfach.
Strategisches Content-Marketing in Verbindung mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) bedeutet nicht nur, vernünftige Suchbegriffe (Schlüsselwörter/Keywords) zu verwenden, sondern seinen Zielgruppen interessante Inhalte und vor allem Lösungen zu bieten für ihre Probleme, bzw. Informations-Bedürfnisse. Die entsprechenden Veröffentlichungen sollten über die Zeit und die zur Verfügung stehenden Medien verteilt werden. Tatsächlich kann eine Schrotflinte hier durchaus sinnvoll eingesetzt werden, aber vergiß nicht: Google ist nicht dumm, es merkt inzwischen immer besser, wenn du es austricksen willst.
Außerdem sollten User die gesuchten Informationen schnell finden können, denn auch das wird von Google registriert und bewertet. Gestalte Architektur, Design und Benutzerführung deiner Webseiten ansprechend, klar und selbsterklärend. Mache dich mit der Google Search Console vertraut, verzichte auf alles, das lange Ladezeiten erfordert – und sorge in kurzen Abständen kontinuierlich für interessanten Content-Nachschub.
Vermeide Amtsdeutsch und Floskeln, plane deine Veröffentlichungen übers Jahr und spicke sie mit Berichten spontaner Ereignisse. Willst du Reichweite aufbauen, musst du ständig Neues bieten, denn: machst du zu lange Pausen, sinkt deine Reichweite, weil die Algorithmen Trödelei bestrafen.
Überlasst Eure Recherchen (noch) nicht den KIs! LLMs halluzinieren, weil sie es gut meinen und Euch immer das sagen, von dem sie glauben, dass Ihr es hören wollt. Sie wissen, dass Halluzinationen nicht von Lügen unterscheidbar sind, aber sie machen es trotzdem. Man kann sie so programmieren, dass sie es nicht tun, das ist relativ leicht, nur halten sie sich leider nicht immer daran, z.B. weil diese Programmierung/Prompts nicht in neue Chats übernommen werden, aber vielleicht auch aus anderen Gründen.
Immer schön selbst recherchieren und dabei nach wissenschaftlichen, bzw. journalistischen Maßstäben vorgehen, sonst verliert Ihr Eure Glaubwürdigkeit und damit Vertrauen.
Im Unterschied zur Informationstechnologie (IT) ist es die Aufgabe der Unternehmenskommunikation, BEZIEHUNGEN herzustellen, aufzubauen, zu pflegen und ggf. neu anzupassen. Corporate Communications sind eine komplexe Angelegenheit, aber kein Hexenwerk. Hier gebe ich weitere Tipps, mit denen es relativ leicht gelingen kann, guten Content zu erstellen (tbc).
So vergrößert man seine Reichweite organisch. Man kann aber auch nachhelfen mit Paid Content, bzw. Ads. Hierfür sollte man sich mit Performance Marketing auskennen.
Affiliate-Links sind eine tolle Sache, allerdings sägen sie den Ast ab, auf dem Suchmaschinen sitzen und sie unterminieren Eure Glaubwürdigkeit, dazu später mehr.
Von Click-Baiting, dem künstlichen Aufputschen von Neugier in Überschriften, sollte man vollständig Abstand nehmen, wenn man nicht als unseriös wahrgenommen werden möchte. Technisch kann man sehr viel erreichen, wenn man sich mit der Google Search Console vertraut macht
Social Media- und Newsletter-Beiträge sollten möglichst kurz sein und dazu einladen, auf deiner Homepage mehr darüber erfahren und vielleicht sogar etwas kaufen zu wollen. Alle großen SoMe-Plattformen wollen verhindern, dass du deine Leser:innen von ihnen weglotst, berücksichtige das in deiner strategischen Content-Planung: Die eigene Webseite dient als Sprungbrett und Landeplatz zugleich.
Mit gutem Stil hat Google (noch) ein Problem: Es schlussfolgert, dass etwas "gut" sein muss, wenn millionen Menschen es anklicken und liken, also empfiehlt es diesen Content verstärkt weiter. Und Menschen neigen wiederum dazu, etwas interessant zu finden, wenn viele andere es interessant finden. Das führt zur Boulevardisierung von Content.
Ebenso kombinieren die aktuell gängigen LLM-Sprachmodelle, dass etwas schon in einer frühen Stufe bereits gut genug ist, wenn der promptende Mensch sich damit zufriedengibt.
Eine durchschnittlich begabte Person freut sich, dass die KI etwas ausgespuckt hat, das besser ist als etwas, das sie selbst schreiben würde, also übernimmt sie deren Vorschlag und die KI wiederum lernt, DAS wollen die Leute also und so bedient sie den Massengeschmack zukünftig aus voller Überzeugung, das Richtige zu tun, um die Menschen zufriedenzustellen. Dies fördert zu einer flächendeckenden Glättung der Inhalte, die KIs dann für die Menschen generieren, also zu mediokrem Content, an den sich später niemand erinnert, weil man während der Rezeption nichts gefühlt hat. Nichts Schlechtes, aber leider auch nichts Gutes.
Bedient Euch gerne reichlich der KIs, aber gebt Euch nicht zu schnell zufrieden mit deren Vorschlägen. Passt die Texte den Bedürfnissen Eurer Zielgruppen an.
Für alle Zielgruppen gilt, dass sie nicht gelangweilt werden wollen. Wenn Ihr es ALLEN recht machen wollt, führt das dazu, dass Eure Texte NIEMANDEN mehr vom Hocker reißen.
Verbessert man sein Image und vergrößert seine Reichweite, steigen die Zustimmungswerte, also die Chancen, gewählt/gekauft zu werden.
Auf dieser Webseite sind selbstverständlich stets alle Geschlechter gemeint, auch, wenn zur besseren Lesbarkeit manchmal noch das generische Maskulinum im Plural verwendet wird.